Herbstsynode

Der Superintendentenbericht gehört zur Herbstsynode des ev. Kirchenkreises Dinslaken wie die zeitgleich stattfindende Martinikirmes zur Stadt. Und so erwartete die Delegierten aus den acht Gemeinden in der Region eine gewohnt sachliche Auskunft über die Arbeit von Diakonie, Ev. Kinderwelt, Verwaltung und Kirchengemeinden. Pfr. Waldhausens Lob über das vielfältige innerkirchliche und gesellschaftliche Engagement nahm die Synode mit freundlicher Zustimmung zur Kenntnis. Den meisten Beifall erhielt der Superintendent jedoch für seine Bemerkungen zu den jüngsten Auseinandersetzungen über den Bürgerantrag, Dinslaken zu einer sicheren Hafenstadt für Flüchtlinge zu machen. Die kritischen Äußerungen eines Dinslakener Ratsherrn zum Thema hatte Gerd Greiner, früher Flüchtlingspfarrer im Kirchenkreis, in einem offenen Brief als antisemitisch und rassistisch bezeichnet. Waldhausen dazu wörtlich: „Christinnen und Christen, Jüdinnen und Juden und in einem Atemzug auch Flüchtlinge werden mit antisemitischen und rechtslastigen Formulierungen verhöhnt und herabgewürdigt.“ Der Superintendent dankte Pfr. Greiner und Thomas Koch (Stadtrat und Mitarbeiter des Ev. Kirchenkreises) für ihre deutliche Stellungnahmen gegen die Diffamierungen. Schon zuvor hatte Dinslakens stellvertretender Bürgermeister Thomas Groß in seinem Grußwort vor der Synode die Notwendigkeit herausgestrichen, fremdenfeindlichen Äußerungen im Stadtrat entschieden zu widersprechen und öffentlich Stellung zu beziehen. Auch er dankte Greiner für sein Engagement.

Inhaltlich setzte die Synode Akzente in Richtung auf gemeindeübergreifende Arbeit. Die Kooperationen zwischen benachbarten Kirchengemeinden werden ausgebaut. Künftig ist dem Kreissynodalvorstand zweimal im Jahr Bericht über Fortschritte in der Zusammenarbeit zu erstatten. Auf derselben Linie liegen die Beschlüsse zur Errichtung von zwei kreiskirchlichen Pfarrstellen. Sie sollen bei Pfarrvakanzen in den betroffenen Gemeinden zum Einsatz kommen und Übergänge mitgestalten. Mit Pfr. Marco Dennig ist der erste für diese Aufgaben bereits gefunden worden, er wird die Assessorin Susanne Jantsch in Spellen-Friedrichsfeld entlasten und des Weiteren in der Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden zum Einsatz kommen.

Neues kann auch die Dislakener Diakonie vermelden. Sie wird ihre Geschäftstätigkeit um zwei Aufgabenfelder erweitern und sich künftig auch zusätzlich im Quartiersmanagement in Lohberg sowie dem Projekt „Jugend zeigt Perspektive“ engagieren. Dahinter verbirgt sich das Bemühen, junge Menschen, die durch soziale Sicherungssysteme gefallen sind, in das Sozialsystem zurückzuholen und ihnen eine menschenwürdige Perspektive zu bieten. Die Diakonie, so Geschäftsführerin Alexandra Schwedtmann, verstehe sich als Anwalt derer, die keine Lobby hätten. Sie rief die Synode wie auch die Kirchengemeinden dazu auf, Flagge zu zeigen und die Stimme laut gegen soziale Ausgrenzung, Rassismus und für die Einhaltung deer demokaratischen wie christlichen Werte zu erheben.

Zum Schluss gab's Zahlen: Von 11,8 Millionen Euro Kirchensteuern bleiben nach Abzug für landes- und kreiskirchliche Aufgaben noch 2,8 Millionen Euro für die Arbeit der Kirchengemeinden vor Ort übrig. Auf den ersten Blick scheint das nicht viel. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass die dicksten Batzen (Kindertagesstättenarbeit, zentrales Verwaltungsamt sowie die Pfarrbesoldung) seit einigen Jahren auf die Ebene des Kirchenkreises verlagert wurden. Die Gemeinden halten dagegen Mitarbeitende in der Jugend und Seniorenarbeit, in der Kirchenmusik, dem Küsterdienst und den Gemeindesekretariaten vor.

Die nächste Synode findet am 5. Juni 2020 in Spellen-Friedrichsfeld statt.

Engel auf Zeit gesucht

Wellcome Dinslaken sucht engagierte Ehrenamtliche für Betreuung von Familien mit Neugeborenen

Das Baby ist da, die Freude ist riesig – und nichts geht mehr. Mütter werden heutzutage nach wenigen Tagen aus der Klinik entlassen. Zuhause beginnt – trotz aller Freude über das Baby – der ganz normale Wahnsinn einer Wochenbettfamilie: das Baby schreit, niemand kauft ein, das Geschwisterkind ist eifersüchtig und der besorgte Vater hat keinen Urlaub mehr. Gut, wenn Familie oder Freunde in der ersten Zeit unterstützen können.

Wir suchen Freiwillige, die Freude und Erfahrung im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern sowie Lust haben, junge Familien zu unterstützen. Als wellcome-Ehrenamtliche unterstützen sie Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr individuell und alltagspraktisch. Für einen Zeitraum von ca. 3 bis 5 Monaten besuchen sie "ihre Familie" ca. ein- bis zweimal wöchentlich und helfen, die neue Situation zu meistern.

Wellcome-Ehrenamtliche fahren beispielsweise das Baby spazieren, damit die Mutter ausruhen kann, sie begleiten die Zwillingsmutter zum Kinderarzt, holen das Geschwisterkind von der Kita ab oder sind einfach da und hören zu. Nach einem Kennlerngespräch mit der wellcome-Koordinatorin Kathrin Bay erhalten die Ehrenamtlichen fachliche Begleitung, Fortbildungen und Möglichkeiten des Austauschs im Rahmen regelmäßiger Ehrenamtstreffen. Die anfallenden Fahrtkosten werden erstattet und es besteht selbstverständlich Versicherungsschutz.

Damit viele Mütter mit Babys diese Hilfe in Anspruch nehmen können, werden Frauen gesucht, die Freude am Umgang mit Kindern haben und über ein besonderes Einfühlungsvermögen verfügen.

Sie fühlen sich angesprochen?

Dann melden Sie sich bitte:

Wellcome Dinslaken, Diakonieverein e.V., Kathrin Bay, 02064/60 649-13, dinslaken@wellcome-online.de